Gelesen!
Ein gewaltiges Buch: Der Distelfink

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Auch ich habe Der Distelfink gelesen. Ein Roman, der mich zwiespältig zurückgelassen hat.

Der Inhalt

Theo Decker muss mit dreizehn Jahren seinen ersten schweren Schicksalsschlag verarbeiten. Er verliert seine Mutter bei einem tragischen Unglück in einem New Yorker Museum. Dieses Ereignis verändert sein Leben fortan. Er versinkt in tiefer Trauer. Ein Gemälde aus dem Museum, welches unerlaubterweise in seinen Besitz gelangt ist, erinnert ihn an seine Mutter, versetzt ihn aber gleichzeitig in Angst. Keiner außer Theo weiß von dem Distelfinken. Kurz nach dem Tod seiner Mutter taucht sein Dad wieder auf und nimmt seinen Sohn mit nach Las Vegas. Theo riskiert es und schmuggelt das Gemälde ins Flugzeug. Es bleibt unentdeckt. Sein weiteres Leben ist ungewiss. Die tiefe Trauer und sein Leben in Las Vegas – Drogen, Alkohol, wenig Essen – scheint ihn immer mehr auf den falschen Weg zu führen. Es ist ungewiss was mit Theo und dem Distelfinken, eines der bedeutensten Gemälde der niederländischen Kunst, geschehen wird.

Fazit

Für viele ist Der Distelfink sicherlich nicht mehr als eine Lebensgeschichte auf über 1000 Seiten. Das ist insofern auch nicht falsch. Der neue Roman von Donna Tardtt ist ein gewaltiges Buch, das man allerdings nur zur Hand nehmen sollte, wenn man das Leben nicht als Strafe ansieht. Mit einem tragischen Ereignis verändert sich Theos Leben schlagartig. Seine Geschichte scheint nicht nur eine einzige Pechsträhne zu sein, sondern bedient zudem viele Klischees, die etwas zu dick aufgetragen sind.

Sprachlich holt der Roman dafür richtig auf. Die Sätze sind teilweise verschachtelt, lassen sich aber locker lesen. Als Leser taucht man dadurch vollkommen in das Leben von Theo Decker ein. Das ist sicherlich nicht immer erbaulich, lässt sein Schicksal dafür aber umso realer wirken.

Zehn Jahre hat Donna Tartt für diesen Genremix gebraucht, welcher fiktiv biographische Züge hat, aber ebenso Elemente eines Krimis beinhaltet. Kunst sowie Antiquitäten spielen eine wesentliche Rolle und haben sicherlich viel Recherchearbeit verlangt. Sprachlich ist das Buch zudem so ausgefeilt, dass diese Zeitspanne nicht verwunderlich ist. Ein großes Buch mit nur wenigen Schwachstellen.

Bewertung

Eine Portion weniger Klischees hätte diesem Roman sicherlich gut getan. Seine Sprachgewalt holt dieses Manko locker wieder auf. Ein prägende Lebensgeschichte von einer großen Autorin.

 

 

Tartt_DDer_Distelfink_147480Titel: Der Distelfink
Originaltitel: The Goldfinch
Autor: Donna Tartt
Verlag: Goldmann, 2014
ISBN: 9783442312399
Seiten: 1024
Leseprobe

 

 

Bildquelle: Autorenbild - © Beowulf Sheehan